Bewegung, Luft & Licht: fit durch den Winter im Offenstall

Montag, 02. Dezember 2019

Bewegung, Luft & Licht: fit durch den Winter im Offenstall

Leider sind die Haltungsbedingungen von Pferden im Winter nicht immer optimal: einengende Boxen, Einstreu, verschlossene Fenster und Türen, Staub liegt in den Stallgassen, es findet sich schimmliges Stroh und Heu am Boden und auch Auslauf ist keiner in Sicht. Früher oder später führt das zu Problemen, die akute Atemwegserkrankungen genannt werden.

Dabei wäre alles so einfach, denn Pferde brauchen auch im Winter nicht viel, um gesund zu bleiben. Die wichtigsten Punkte sind:

  • so wenig Staub im Stall wie möglich
  • einwandfreies, schimmelfreies Heu und Stroh
  • qualitativ gute Einstreu
  • täglicher Auslauf

Offenstallhaltung: gut, aber ...

Eine Offenstallhaltung sollte angedacht werden, wenn sie möglich ist. Diese ist nämlich auch im Winter immer noch die beste und gesündeste Halteform für Pferde – wenn sie hygienisch gut betreut wird und die Pferde nicht geschoren sind. Auch diese Haltungsform muss die Bedürfnisse der Pferde so gut erfüllen, wie andere Haltungsformen es im optimalen Fall auch sollten. Nur ein ständiger Zugang zu Ausläufen bzw. Koppel ist zu wenig. Besteht die Offenstallhaltung bspw. nur aus einer zugigen Weidehütte mit schlechter Einstreu und nassem, kaltem Boden, werden die Tiere draußen bei Temperaturen unter dem Nullpunkt, Nässe, Kälte und Wind genauso krank wie in einem warmen, muffigen Stall, in dem es nach Ammoniak stinkt.

Trotzdem bietet diese Haltungsart viele Vorteile. So ist es nicht weiter schlimm, wenn man ein Tier einmal einen Tag nicht bewegen kann – schließlich kann es im Offenstall ja frei herumlaufen. Dazu kommt, dass Tiere in einem Offenstall oft zufriedener und ausgeglichener sind, gesünder über den Winter kommen und auch leistungsfähiger als Stallpferde sind.

Platz zum Schlafen

Pferde legen sich zum Schlafen gerne auf den Boden. Nur so können sie in den Tiefschlaf kommen. Dafür muss also genügend Platz vorhanden sein für alle Pferde, damit auch rangniedere Tiere ihre Ruhe finden, statt ständig herumgescheucht zu werden. Pferde können zwar auch im Stehen schlafen und machen davon oftmals Gebrauch, doch ohne Tiefschlaf können sie sich nicht vollständig erholen.

Dazu kommt, dass Pferde ihr Territorium in bestimmte Bereiche teilen. Sie schlafen dort nicht gerne, wo sie z. B. fressen.

Da Pferde Herdentiere sind, sollten sie niemals alleine gehalten werden. Bei einem häufigen Pferdewechsel, sollte man jedoch die Offenstallhaltung überdenken. Neue Tiere bringen immer auch Unruhe mit. Es gilt schließlich, die neue Rangordnung festzulegen und bis dahin herrscht angespannte Stimmung in der Herde.

Achtung nach dem Ausritt

In der winterlichen Offenstallhaltung bilden Pferde ganz natürlich eine Schutzschicht aus Talg im Fell. Diese schützt vor Kälte und Nässe. Deshalb ist die Offenstallhaltung die beste Überwinterungsart für robuste Tiere. Auf diese Talgschicht muss aber beim Reiten Rücksicht genommen werden. Durch das sehr dichte Fell schwitzen die Pferde schneller, weshalb sie nach jedem Ausritt sehr gut betreut und vor allem getrocknet werden müssen. Macht man das nicht, kann das schnell zulasten der Gesundheit der Tiere gehen.